Highlights der Bauforschung: Innovationen für die Grüne Stadt

14. Mai 2024, 09:00 - 12:30 Uhr
MA 39 - Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien, Rinnböckstraße 15/2, 1110 Wien

Bei dieser Veranstaltung wurden aktuelle Ergebnisse aus Forschung und Technologieentwicklung im Bereich „Begrünung“ vorgestellt und mit Expert:innen diskutiert.

Rückblick & Vortragsunterlagen

Innovative Begrünungstechnologien können in Städten wesentlich zur Anpassung an die Klimawandelfolgen beitragen. Durch dichte Bebauung, Bodenversiegelung und nicht ausreichend Grünflächen steigt die sommerliche Überhitzung in den Städten enorm an. Auch Starkregenereignisse werden hier zunehmend zum Problem. Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, werden in Österreich innovative Konzepte und Technologien für Bauwerksbegrünungen und grüne Freiräume in der Stadt erforscht und in der Praxis getestet.

Begrünung bietet einerseits Kühlung durch Verdunstung und Beschattung und ermöglicht darüber hinaus ein umfangreiches und natürliches Wassermanagement.

Blau-grüne Infrastruktur steigert damit nicht nur die Resilienz unserer Städte in Zeiten des Klimawandels, sondern erhöht gleichzeitig die Lebensqualität, die Biodiversität und das Wohlbefinden. Die Bauwerksbegrünung stellt dadurch einen wichtigen Baustein einer energieeffizienten und klimatisch ausgleichenden Gebäudehülle dar.

In der Veranstaltung wurden hierfür aktuelle Ergebnisse aus Forschung und Technologieentwicklung im Bereich „Begrünung" vorgestellt und aktiv mit Expert:innen diskutiert.

Einblick in den Green Market Report 2019-2022

Zum zweiten Mal wurde eine Erhebung der bisherigen Marktentwicklungen in der Bauwerksbegrünung in Österreich für den Zeitraum 2019 bis 2022 durchgeführt und die Herausforderungen und Möglichkeiten in der Bauwerksbegrünung unter Einbindung sämtlicher Stakeholder (Planer:innen, Hersteller:innen, Ausführende sowie Verantwortliche österreichischer Städte und Gemeinden) analysiert und beschrieben.

Ergebnispräsentationen

HEDWIG - Erhebung von Mess-Daten zur Wirkungsabschätzung von begrünten Gebäuden | Rosemarie Stangl, IBLB

HEDWIG adressiert die Problematik fehlender Daten zu den Wirkungen von Bauwerksbegrünungen und zielt darauf ab, belastbare Vegetationsparameter sowie Leistungskennwerte für die Auswirkungen von Begrünungen auf Innen- und Außenräume zu erstellen. Durch ein Dauermonitoring und verschiedene Messkampagnen wird HEDWIG eine fundierte Datenbasis erarbeiten, die Standardisierung von Mess- und Analyseverfahren vorantreiben und Kennwerte im österreichischen Kontext sowie für den Energieausweis entwickeln.

GREENsChOOLENERGY - Entwicklung und praktische Umsetzung von nachhaltigen Lösungen urbaner Hotspots in Kombination mit Begrünung/PV/Wasser | Irene Zluwa, Grünstattgrau

Irene Zluwa von der Grünstattgrau präsentierte Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt GREENsChOOLENERGY, das am Beispiel der HTL 1 Klagenfurt-Lastenstraße die Kombination von Photovoltaik und Begrünung zur Kühlung von Gebäuden und Außenräumen testet. Verschiedene PV-Gründach-Konstruktionen und Paneelausrichtungen (10° Ost-West Dachförmig, 90° Ost-West, 15° südlich hintereinander) wurden dabei verglichen und die Ergebnisse wurden mithilfe eines implementierten Vegetationsmonitorings mit Frequenzrahmen und automatisierter Vegetationsklassifizierung gegenübergestellt und dokumentiert. Die partizipative Arbeit ermöglichte es Schüler:innen, sich im Rahmen von Diplom- und Projektarbeiten erfolgreich an der Entwicklung der Technologiebausteine und am Monitoring zu beteiligen.

lieBeKlima - Qualitätssicherung der liegenschaftsübergreifenden Begrünung für urbane Klimaresilienz im Quartier "Am Kempelenpark" | Katharina Haider-Putz, STC

Katharina Haider-Putz von STC präsentierte die Inhalte des Sondierungsprojekts lieBeKlima, das darauf abzielt, durch ein kreislauforientiertes und liegenschaftsübergreifendes Begrünungskonzept urbane Lebensräume klimaresilient zu gestalten. Das Projekt adressiert klimawandelbedingte Herausforderungen wie urbane Hitzeinseln, verlängerte Trockenperioden und häufigere Tropennächte. Ein integrales Grobkonzept für Wasser, Energie und Begrünung wurde entwickelt, wobei Synergien und gegenseitige Einflüsse berücksichtigt wurden. In Workshops brachten Vertreter:innen verschiedener Stakeholder-Gruppen ihr Wissen ein, um die Umsetzbarkeit des Konzepts zu prüfen. Die Ergebnisse umfassen eine interaktive Schnittstellengrafik sowie Qualitätenkataloge für Wohnbau, Gewerbe und Infrastruktur, die in Planungs- und Ausführungsverträge integriert werden können. Zusätzlich wurden Fact-Sheets für spezifische Schnittstellen erstellt und eine Roadmap zur Qualitätssicherung entwickelt.

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Kontaktadresse

ÖGUT – Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik
Miriam Fechner
Tel.: +43/(0)1/315 63 93-24
E-Mail: miriam.fechner@oegut.at