Zukunft OWA - Otto Wagner Areal: Zukunftsfitte Transformation vom Spital zum NEB-Quartier

Entwicklung qualitativer und quantitativer Planungsziele sowie einer Umsetzungsstrategie für die Transformation des Otto-Wagner-Areals entlang der New European Bauhaus-Leitlinien. Die Basis bilden interdisziplinär besetzte Expert-Foren, welche wichtige Erkenntnisse für die notwendige Transformation von Bestandsgebieten und -gebäuden auch in anderen Städten liefern.

Kurzbeschreibung

Motivation und Forschungsfrage

Das Projekt „Zukunft OWA" widmet sich der Frage, wie ein historisch bedeutendes Stadtareal – das Otto Wagner Areal am Wiener Gallitzinberg – im Einklang mit den Zielen der klimaneutralen Stadt zu einer zeitgemäßen, ressourceneffizienten und sozial inklusiven Stadtstruktur entwickelt werden kann. Im Zentrum stand die Leitfrage: Wie kann das Otto Wagner Areal als Modellquartier für nachhaltige, ästhetisch anspruchsvolle und sozial gerechte Stadtentwicklung gestaltet werden?

Diese Forschungsfrage wurde unter dem Dach des New European Bauhaus (NEB) bearbeitet, dessen Werte (Ästhetik, Nachhaltigkeit und Inklusion) und Arbeitsprnzipien (Partizipation, Transdiszplinarität und Skalierbarkeit) die inhaltliche und methodische Grundlage des Projekts bildeten.

Ausgangssituation / Status Quo

Das Otto Wagner Areal (OWA) ist ein einzigartiges kulturhistorisches Ensemble mit hoher architektonischer und landschaftlicher Qualität. Nach der Absiedlung der Klinik Penzing vom Otto Wagner Areal eröffnen sich neue Entwicklungsmöglichkeiten für das etwa 27 Hektar große Areal. Die Ausgangssituation ist jedoch komplex: Die Bausubstanz steht unter Denkmalschutz, die energetische und infrastrukturelle Erneuerung ist aufwendig und gleichzeitig besteht ein hoher Anspruch an soziale, kulturelle und ökologische Qualität.

Projektinhalte und Zielsetzungen

Im Rahmen des Projekts wurde ein strukturierter Maßnahmenkatalog entwickelt, der die am OWA geplanten bzw. bereits in Umsetzung befindlichen Transformationsstrategien systematisch erfasst, präzisiert und bewertet. Ziel war es, ein methodisch fundiertes Instrumentarium zu schaffen, das eine transparente und nachvollziehbare Bewertung dieser Strategien im Hinblick auf die Prinzipien und Werte des „New European Bauhaus" (NEB) ermöglicht.

Die Werte (Nachhaltigkeit, Ästhetik und Inklusion) und Arbeitsprinzipien (Interdisziplinarität, Partizipation und Skalierbarkeit) des „New European Bauhaus" (NEB) bildeten die normative Grundlage für die Entwicklung spezifischer Key Performance Indicators (KPIs). Diese KPIs wurden so konzipiert, dass sie sowohl qualitative als auch quantitative Aspekte der Transformationsprozesse abbilden und eine vergleichende Bewertung unterschiedlicher Maßnahmen ermöglichen.

Dazu wurden vier zentrale Themencluster bearbeitet:

  1. Grün- und Freiraum: klimaresiliente, inklusive und identitätsstiftende Freiraumkonzepte. 
  2. Gebäude- und Energieplanung: Deka rbonisierung und Energieautarkie denkmalgeschützter Bestandsgebäude. 
  3. Mobilität und Betrieb: autoarmer, aktivitätsfördernder und emissionsfreier Quartiersbetrieb. 
  4. Nutzungs- und Funktionsmischung: vielfältiger, sozial durchmischter und leistbarer Nutzungsmix.

In allen Themenbereichen wurden übergeordnete Planungsziele, Subziele und KPIs für die vorhandenen Transformationsstrategien formuliert und nach Ambitionslevels differenziert. Die im Rahmen des Projekts entwickelten Instrumente bilden eine fundierte Grundlage für die systematische Bewertung zukünftiger Entwicklungs-, Sanierungs- und Forschungsmaßnahmen am Areal. Durch die klare Ausrichtung auf die Werte und Arbeitsprinzipien des „New European Bauhaus" (NEB) ermöglichen sie eine Messbarkeit und zielgerichtete Steuerung von Transformationsprozessen.

Methodische Vorgehensweise

Das Projekt verfolgte einen partizipativ-transdisziplinären Ansatz, bei dem Expert:innen aus Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft in moderierten Expert-Foren zusammenarbeiteten. Methodische Schwerpunkte waren: Kollaborative Wissensproduktion, Integration von Fachwissen und Erfahrungswissen, Operationalisierung von Planungszielen und Key Performance Indiokatoren (KPIs) und die Übersetzung in Handlungsempfehlungen.

Parallel zu den Expert-Foren erarbeiteten Studierende des Instituts für Hoch- und Industriebau, Forschungsbereich Hochbau und Gebäudeerhaltung (TU Wien) im Rahmen der VU (Vorlesung mit intergrierter Übung) Erhaltung und Erneuerung von Hochbauten Konzepte zur baulich-energetischen Ertüchtigung ausgewählter Pavillons. Die Ergebnisse der Lehrveranstaltung flossen in das Gesamtkonzept ein. Ergänzend wurden Inhalte aus aus Good-Practice-Beispielen sowie aus laufenden Innovationslaboren (future.lab, Green Energy Lab, Vienna Geospace Hub, Renowave) einbezogen.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Das Projektteam konnte zeigen, dass eine klimaneutrale Transformation im denkmalgeschützten Bestand möglich ist, wenn technologische, soziale und gestalterische Innovationen gemeinsam gedacht werden. Es wurde ein umfangreicher Ziel- und Indikatorenkatalog erarbeitet, der Entwicklungsziele und umsetzbare Maßnahmen in unterschiedlichen Ambitionslevels definiert. Die erarbeiteten KPIs dienen als Bewertungs- und Steuerungsinstrumente für weitere Planungs- und Investitionsentscheidungen. Dadurch entstand ein inhaltlich und methodisch übertragbares Modell für andere Städte. Zudem konnte ein gemeinsames Verständnis der relevanten Akteur*innen über Prioritäten, Zielkonflikte und Chancen geschaffen werden – eine wesentliche Grundlage für die nächste Entwicklungsphase.

Ausblick

Die erarbeiteten Ergebnisse bilden die Grundlage für die Messbarkeit und Kategorisierung der Transformationsschritte zur schrittweisen Realisierung des OWA als Modellquartier im Sinne des „New European Bauhaus". Sie ermöglichen eine zielgerichtete Bewertung entlang der NEB-Werte und dienen als Referenz für vergleichbare Entwicklungsprozesse. Kurzfristig wird die Einreichung eines Demonstrationsvorhabens im Themenfeld „Nachhaltige Materialien & integratives Stadtmobiliar" vorbereitet. Parallel werden weitere Forschungs- und Umsetzungsprojekte zu Mobilität, Energieversorgung und Kreislaufwirtschaft konzipiert.

Langfristig soll das OWA als Reallabor für klimaneutrale Quartiersentwicklung dienen – ein Ort, an dem ökologische Verantwortung, soziale Inklusion und Baukultur in vorbildlicher Weise zusammengeführt werden. Damit leistet das Projekt einen konkreten Beitrag zur Umsetzung der österreichischen Mission „Klimaneutrale Stadt" und zur Positionierung Wiens als europäische Modellstadt für nachhaltige urbane Transformation. 

Publikationen

Zukunft OWA - Otto Wagner Areal: Zukunftsfitte Transformation vom Spital zum NEB-Quartier

Entwicklung qualitativer und quantitativer Planungsziele sowie einer Umsetzungsstrategie für die Transformation des Otto-Wagner-Areals entlang der New European Bauhaus-Leitlinien. Die Basis bilden interdisziplinär besetzte Expert-Foren, welche wichtige Erkenntnisse für die notwendige Transformation von Bestandsgebieten und -gebäuden auch in anderen Städten liefern. Schriftenreihe 3/2026
H. Bartik, U. Dorau, O. Englhardt, H. Fruhauf, A. Heinrich, A. Henkes, R. Kurz-bauer, A. Maly, L. Operschall, C. Skerjanz, M. Zoller
Herausgeber: BMIMI
Deutsch, 103 Seiten

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Projektbeteiligte

Projektleitung

UIV Urban Innovation Vienna GmbH

Projekt- bzw. Kooperationspartner:innen

  • Otto Wagner Areal Revitalisierung GmbH
  • TU Wien / Hochbau und Gebäudeerhaltung

Kontaktadresse

UIV Urban Innovation Vienna GmbH
Mag. Herbert Bartik
Operngasse 17-21
A-1040 Wien
Tel.: +43 (664) 883 568 95
E-Mail: bartik@urbaninnovation.at
Web: www.urbaninnovation.at