KPQ goes NEB - Transformation eines Klimapionier-Bestandsquartiers mit NEB-Qualitätskriterien (auf Basis KPQ Graz)

Die Stadt Graz verfolgt mit dem Projekt "Klima-Pionierstadt Graz" (KPS Graz) die strategische Umsetzung ihres Klimaschutzplans u.a. durch die Entwicklung klimaneutraler Quartiere. Auf Basis des laufenden Sondierungs­projekt "KPQ Graz" fokussiert "KPQ goes NEB" auf die klimaneutrale Transformation der Rosegger­siedlung – einem Wohnquartier im Eigentum von Wohnen Graz aus den 1940er Jahren mit 395 Wohneinheiten. Ziel ist, erprobte Entwicklungs­prozesse aus Neubau- und Konversions­projekten auf das komplexere Umfeld eines Bestands­quartiers zu übertragen.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation / Motivation

Bestandsquartiere spielen eine Schlüsselrolle zur Erreichung der Klimaneutralität von Städten. Gleichzeitig sind sie hinsichtlich Sanierungsbedarf, sozialer Durchmischung, technischer Infrastrukturen, gestalterischen Herausforderungen und Governance-Prozesse besonders anspruchsvoll.

Mit "KPQ goes NEB" wird erstmals ein Pilotprozess für ein Bestandsquartier gestartet, der die Prinzipien des New European Bauhaus (NEB) integriert. Die Roseggersiedlung bietet ideale Bedingungen, um eine breite Übertragbarkeit für vergleichbare Quartiere zu gewährleisten.

Die dabei entwickelten Instrumente und Prozesse sollen langfristig städtischen Institutionen sowie weiteren Städten und Akteur:innen in der nachhaltigen Stadtentwicklung zugänglich gemacht werden.

Ziele

Hauptziel ist die Entwicklung eines konsensfähigen und übertragbaren Gesamtkonzepts zur klimaneutralen Transformation der Roseggersiedlung unter Berücksichtigung der NEB-Prinzipien. Es sollen konkrete Maßnahmenpakete definiert, ein integriertes Leitbild entwickelt sowie ein modularer FIT4NEB-Baukasten erstellt werden, welcher Methoden, Checklisten, Typologien und Gestaltungsrichtlinien zur Anwendung in anderen Bestandsquartieren enthält.

Dazu wird ein NEB-Kriterien-Dashboard entwickelt, das qualitative und quantitative Nachhaltigkeitsziele integriert. Partizipation, soziale Inklusion und leistbares Wohnen stehen dabei im Fokus. Auch innovative Finanzierungsmodelle (z.B. Energiegemeinschaften, Nutzer:innenanleihen) werden geprüft.
Innovationsgehalt:

Das Projekt geht über den aktuellen Stand der Stadtentwicklung hinaus, da es erstmals einen systematischen Entwicklungsprozess auf ein innerstädtisches Bestandsquartier überträgt.
Innovativ sind:

  • die Operationalisierung der weichen NEB-Kriterien im Kontext bestehender Strukturen und deren Kombination mit harten Nachhaltigkeitskennzahlen,
  • das integrative Governance-Modell, das städtische Schlüsselpersonen, die Eigentümerstruktur sowie lokale Anspruchsgruppen durch Co-Design Formate und niederschwellige Beteiligungsangebote zielorientiert einbindet, sowie
  • die Erweiterung des NEB-Kriterienkatalogs um Mobilitätsaspekte was den ganzheitlichen Charakter der Quartiersentwicklung unterstreicht.

Angestrebte Ergebnisse/Erkenntnisse

Zentrales Ergebnis ist ein publizierbarer integrierter Umsetzungsplan für die Roseggersiedlung inklusive Vision, Leitbild, Strategien, Maßnahmenbündeln, Zeit- und Finanzierungsplan sowie konkreten Umsetzungsinstrumenten.

Der FIT4NEB-Baukasten soll als standardisiertes Transferinstrument für andere Städte fungieren. Erkenntnisse zu sozial inklusiven Sanierungsstrategien, innovative Governance- und Beteiligungsprozesse sowie städtebauliche und architektonische Empfehlungen zur Anwendung der NEB-Kriterien in Bestandsquartieren sollen breite Anwendbarkeit und Wirkung erzielen – lokal in Graz wie auch österreichweit.

Projektbeteiligte

Projektleitung

Landeshauptstadt Graz

Projekt- bzw. Kooperationspartner:innen

  • AEE - Institut für Nachhaltige Technologien (kurz: AEE INTEC)
  • Hohenwarter Katharina
  • verkehrplus ZT GmbH
  • StadtLABOR Innovationen für urbane Lebensqualität GmbH
  • Technische Universität Graz
  • smartwärts e.U.

Kontaktadresse

Landeshauptstadt Graz
DI Kai-Uwe Hoffer
Tel.: +43 (316) 872-3503
E-Mail: uwe.hoffer@stadt.graz.at