KlimaKonkret Bregenz - Modellhafte Entwicklung übertragbarer NEB-Qualitätsprozesse für klima­resiliente Stadtquartiere in Bregenz

KlimaKonkret Bregenz ist kein klassisches Planungsprojekt, sondern entwickelt einen klaren Qualitäts- und Entscheidungsrahmen für die zukünftige Stadt­entwicklung. Ziel ist es, Themen wie Klimaresilienz, Mobilität, Baukultur und soziale Fragen so zusammenzuführen, dass Politik und Verwaltung fundierte und langfristig tragfähige Entscheidungen treffen können. Daraus entstehen konkrete Instrumente, etwa verbindliche Qualitäts­kriterien gemäß NEBKritQ und – wenn sinnvoll – ein daraus abgeleiteter Gestaltungs­leitfaden für zukünftige Projekte.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation/Motivation

Bregenz verfügt über hohe gestalterische Qualität, städtebaulichen Anspruch und strategische Planungskompetenz. Gleichzeitig besteht die Herausforderung, zentrale Quartiere im Sinne von Klimaschutz, sozialer Inklusion und Baukultur zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Mit Bregenz Mitte und dem Weiherviertel wurden zwei unterschiedlich strukturierte Transformationsräume identifiziert, die bereits kommunal verankert sind.

Bregenz Mitte umfasst Innenstadt, Bahnhofsumfeld und Schnittstelle zum See – ein strategisch bedeutsames Entwicklungsareal mit Anforderungen an Mobilität, Nutzungsmischung, Raumqualität und Freiraum. Das Weiherviertel ist stärker sozialräumlich geprägt, mit Bildungs-, Sozial- und Kultureinrichtungen in unmittelbarer Nähe.

Es bietet besondere Potenziale für partizipative Entwicklung, soziale Integration und freiräumliche Qualifizierung. Beide Quartiere bieten ideale Voraussetzungen, neue Wege integrierter, qualitätsgesicherter Stadtentwicklung im Sinne des New European Bauhaus (NEB) zu erproben.

Inhalte und Zielsetzungen

„Klima konkret Bregenz" zielt auf die Entwicklung eines übertragbaren Planungs- und Prozessmodells für klimaresiliente, sozial gerechte und gestalterisch hochwertige Quartiere. Im Zentrum steht ein Qualitätssicherungsfahrplan auf Basis der vier NEB-Dimensionen: 

  1. Prozessqualität, 
  2. ökologische Nachhaltigkeit, 
  3. Ästhetik und 
  4. soziale Inklusion. 

Der methodische Zugang kombiniert integrierte Planung, interdisziplinäre Zusammenarbeit, gendersensible Beteiligung und strategische Steuerung – mit Fokus auf niederschwelliger Einbindung relevanter Akteur:innen. Beide Quartiere dienen als reale Experimentierfelder, um Methoden, Strukturen und Formate im kommunalen Alltag zu testen und weiterzuentwickeln.

Innovativ ist die parallele Bearbeitung unterschiedlich strukturierter Quartiere, die konsequente Operationalisierung qualitativer Ziele und die frühzeitige Einbindung vielfältiger Anspruchsgruppen.

Bestehende Standards wie klimaaktiv Siedlungen und Quartier sowie die Kriterienmatrix aus NEBKritQ werden für den kommunalen Alltag anschlussfähig gemacht. Die Projektstruktur fördert institutionelles Lernen und bereitet die Umsetzung durch klare Kooperationswege, konsensfähige Zielbilder und skalierbare Beteiligungsformate vor.

Methodische Vorgehensweise

Das methodische Forschungsdesign basiert auf transdisziplinärer Koproduktion, iterativen Lernzyklen und kontinuierlicher Evaluation. Es umfasst eine umfassende Stakeholderanalyse, die Erstellung von Qualitätsprofilen auf Basis der NEBKritQ-Kriterien, die Entwicklung räumlicher Zielbilder sowie die Formulierung ressortübergreifender Steuerungsmodelle. Die geplanten Beteiligungsformate berücksichtigen niedrigschwellige, inklusive Ansätze, die barrierefreie Zugänge und vielfältige Kommunikationskanäle einschließen.

Genderrelevanz wird systematisch in alle Projektphasen eingebettet. Dies beinhaltet eine differenzierte räumliche Analyse mit Blick auf genderspezifische Anforderungen, die Gestaltung partizipativer Prozesse, die Nutzung gendergerechter Sprache und die Berücksichtigung unterschiedlicher Lebensrealitäten in der Zielgruppenansprache.

Ziel ist es, die Wirkung des Projekts auf alle Geschlechter und gesellschaftlichen Gruppen sichtbar zu machen und förderliche Rahmenbedingungen für Gleichstellung und Teilhabe zu schaffen.

Erwartete Ergebnisse

Ein übertragbarer Qualitätssicherungsfahrplan mit Formaten zur ressortübergreifenden Abstimmung, Zeitplanung, Beteiligung, Zielbildern und Steuerung. Ein modularer Methoden- und Kriterienbaukasten auf Basis von NEBKritQ und klimaaktiv Siedlungen und Quartier. 

Konkrete Strategien zur sozialen Inklusion: etwa gendersensible Planung, barrierefreie Zugänge, sozialräumlich orientierte Beteiligung, Bildungs- und Jugendangebote, kulturelle Schnittstellen, gerechte Mobilitätsoptionen.

Dokumentierte und evaluierte Leitlinien für prozessbasierte Qualitätssicherung in der kommunalen Transformation. So entsteht ein fundiertes Modell für qualitätsvolle, partizipative Stadtentwicklung – anschlussfähig an kommunale Programme und übertragbar auf andere Städte.

Projektbeteiligte

Projektleitung

bauchplan ).(

Projekt- bzw. Kooperationspartner:innen

StudioVlayStreeruwitz, con.sens Mobilitätsplanung, urban policy, Wolfgang Ritsch

Kontaktadresse

bauchplan ).(
Dipl.-Ing. Marie-Theres Okresek
Endresstrasse 18
A-1230 Wien
Tel.: +43 (1) 929 13 33
E-Mail: studio@bauchplan.at
E-Mail: bregenz@bauchplan.at
Web: www.bauchplan.net