ZplusB - Zinzendorfgasse plus Brunngasse - Baugruppenquartier im historischen Bestand in Graz

Das Sondierungsprojekt ZplusB entwickelte einen innovativen Sanierungsweg, der von Eigentümer:innen und Nutzer:innengruppen gemeinsam getragen wird. Ziel war eine konkrete Kooperationsvereinbarung als Basis für Investitionen in die Umsetzung zu erarbeiten.

Kurzbeschreibung

Ausgangslage

Das Sondierungsprojekt ZplusB entwickelte einen innovativen Sanierungsweg, der von Eigentümer:innen und Nutzergruppen gemeinsam getragen wird. Es ist aus dem Projekt ZxB (Zinshaus X Baugruppe) hervorgegangen, das untersucht, wie Nutzer:innengruppen bzw. gemeinschaftliche Wohnprojekte in Zinshäusern gegründet werden können, um die Sanierungsrate zu steigern. Das Projekt ZplusB in Graz nimmt eine Sonderstellung ein, da es mehrere Liegenschaften umfasst und bereits eine engagierte Nutzer:innengruppe involviert, die dort noch nicht wohnt. Um die Kooperation auf den Grazer Liegenschaften effektiv zu unterstützen, wurde das Projekt ZplusB als eigenständiges Sondierungsprojekt herausgelöst, mit dem Ziel eine konkrete Kooperationsvereinbarung als Basis für Investitionen in die Umsetzung zu erarbeiten.

Motivation

Übergeordnetes Ziel ist es, umfassende nachhaltige kooperative Sanierungen zu fördern. Das Projekt ZplusB stellt einen neuen Ansatz dar, bei dem der Eigentümer durch die motivierte Nutzer:innengruppe zu einer engagierten Sanierung ermutigt wird. Durch gemeinsamen Wissensaufbau und Aushandlung der zu setzenden Maßnahmen zwischen Eigentümer und Nutzer:innen wird eine bedarfsgerechte, qualitativ hochwertige Sanierung und ein nachhaltiger Betrieb ermöglicht. Die zukünftigen Nutzer:innen möchten Verantwortung für ihr Lebensumfeld übernehmen und gemeinsam mit dem Eigentümer eine langfristige Perspektive für die Gebäude und deren Nutzung entwickeln. Sie bringen die den Baugruppen innewohnende Innovationskraft und ökologische Ausrichtung ein. Die kooperative Herangehensweise wird schließlich anderen Projekten als Vorbild dienen.

Zielsetzung

Der im Sondierungsprojekt ZplusB vorgeschlagene innovative Sanierungsweg zielt darauf ab, Synergien zwischen Eigentümer:innen und Nutzer:innen zu schaffen.

Methodische Vorgehensweise

Gemeinsam mit Baugruppe (B) und Zinshauseigentümer (Z) wurde zunächst eine gemeinsame Wissensbasis in den Themenbereichen gemeinschaftliches Wohnen, Klimawandelanpassung, ökologische Materialien, Holzbau, Gebäudehülle und Begrünung, technische Anlagen und Energieversorgung ermöglicht. Mit Hilfe von gemeinsam entwickelten Fragebögen wurde ein Überblick über die Interessenslage der Partner:innen geschaffen. Darauf aufbauend wurden thematische Workshops gestaltet, mit dem Ziel alle Vorentscheidungen und erforderlichen Unterlagen (Pläne, Verträge, Kostensheets, etc.) für eine Kooperationsvereinbarung zu entwickeln.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Leider ist die Kooperation zwischen den Partner:innen schlussendlich nicht zustande gekommen. Dennoch konnten die Grundlagen für ein beispielgebendes Modell kooperativer Sanierungsprojekte geschaffen und eine langfristige, gemeinsame Perspektive für Eigentümer:innen und Nutzer:innen entwickelt werden. Folgende Ergebnisse dienen sowohl der bestehenden Gruppe, die weiterhin nach einem für die Kooperation offenen Partner sucht, als auch anderen kooperativen Sanierungsprojekten:

  • Vorlage für eine Kooperationsvereinbarung zwischen Eigentümer:innen und Nutzer:innengruppen als Basis für die Investition von Zeit und Geld in die Sanierung, in Verbindung mit einem Transformationsplan zur Entwicklung eines klimaneutralen Quartiers
  • Grundlagen zur Entscheidung für ein kooperatives Miet-, Finanzierungs- und Nutzungsmodell für eine liegenschaftsübergreifende Baugruppe im Bestand
  • Umfassender Prozess in dem Wissensaufbau und Aushandlung der Projektqualitäten stattfinden und die Interessen beider Seiten so berücksichtigt werden, dass bedarfsgerechte Lösungen mit Kosten- und Energieeinsparungen entwickelt werden können
  • Schulungsmaterialien zum Einstieg ins Thema

Es hat sich gezeigt, dass die offene Auseinandersetzung mit den lang- und kurzfristigen Zielen des Eigentümers von besonderer Bedeutung ist. Diese waren im vorliegenden Fall im Laufe des Sondierungsprojektes großer Veränderung unterworfen. In der Auseinandersetzung mit der finanziellen Gestaltung des Modells konnten diese nach und nach geklärt werden. Eine wichtige Erkenntnis für die Entwicklung eines kooperativen Modells ist daher, dass neben den erwähnten Themen die gemeinsame Wissensbasis in Bezug auf rechtliche und finanzielle Themen schon in einer frühen Phase gestärkt werden muss.

Ausblick

Konkret sucht die Nutzer:innengruppe nun nach neuen Kooperationsparter:innen und Liegenschaften für ein gemeinschaftliches Wohnprojekt im Bestand.

Die vorliegenden Ergebnisse sind nun Basis für weitere Ausarbeitungen im Zuge eines noch zu findenden Demoprojektes.

Publikationen

Baugruppenquartier im historischen Bestand Graz (ZplusB)

Das Sondierungsprojekt ZplusB entwickelte einen innovativen Sanierungsweg, der von Eigentümer:innen und Nutzer:innengruppen gemeinsam getragen wird. Ziel war eine konkrete Kooperationsvereinbarung als Basis für Investitionen in die Umsetzung zu erarbeiten. Schriftenreihe 22/2026
Regina M. Lettner, Simon Maier, Rachel Leutgöb, Alina Peischl, Constance Weiser, Gudrun Pollack, Manuela Maurer-Kollenz, Petra Hendrich
Herausgeber: BMIMI
Deutsch, 54 Seiten

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Projektbeteiligte

Projektleitung

realitylab GmbH – Petra Hendrich

Projekt- bzw. Kooperationspartner:innen

  • e7 – energy innovation & engineering
  • M2S Rechtsanwälte
  • Initiative gemeinsam Bauen und Wohnen
  • Verein ZplusB, gemeinschaftlich Wohnen in Graz
  • Philipp Kronawetter
  • baukult ZT GmbH

Kontaktadresse

realitylab GmbH
Petra Hendrich
Bruno-Marek-Allee 5/11 Z2
A-1020 Wien
Tel.: +43 (1) 996 2015 22
E-Mail: hp@realitylab.at
Web: www.zxb-info.at