WEG zur Zukunft DEMO: Klimafitte Zukunft im Wohnungseigentum - der WEG zur sozial-ökologischen Transformation
Kurzbeschreibung
Ausgangssituation / Motivation
Die Sanierungs- und Dekarbonisierungsrate im Gebäudebestand von Wohnungseigentümer-gemeinschaften (WEGs) ist nach wie vor unzureichend, um einen wirksamen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten.
Insbesondere im Bereich des Wohnungseigentums bestehen erhebliche strukturelle, organisatorische und soziale Hemmnisse. Sanierungsvorhaben scheitern häufig nicht an fehlender technischer Machbarkeit, sondern an komplexen Entscheidungsprozessen, heterogenen Eigentümerstrukturen, unklaren rechtlichen Rahmenbedingungen sowie gruppendynamischen Widerständen. Verstärkt werden diese Herausforderungen durch das Auslaufen zentraler Förderungen und das Fehlen verbindlicher gesetzlicher Vorgaben zur Dekarbonisierung.
Zudem ist die Unterstützungs- und Förderlandschaft in Österreich stark föderal geprägt und unterscheidet sich deutlich zwischen den Bundesländern. Vor diesem Hintergrund besteht ein hoher Bedarf an koordinierten, praxisnahen und skalierbaren Unterstützungsstrukturen, die Eigentümer:innen und Hausverwaltungen gezielt bei Sanierungs- und Dekarbonisierungsprozessen unterstützen.
Das Projekt knüpft an die Erkenntnisse des vorangegangenen Sondierungsprojekts an und adressiert identifizierte Lücken insbesondere im Bereich Qualifizierung, Entscheidungsunterstützung, Prozessbegleitung und Fragen der Wirtschaftlichkeit.
Ziele und Inhalte
Ziel des Projekts ist es, die Rahmenbedingungen für Sanierung und Dekarbonisierung in WEGs nachhaltig zu verbessern und die Umsetzungsquote entsprechender Maßnahmen zu erhöhen. Zentrale Inhalte sind eine systematische Analyse der Governance- und Förderlandschaften in den österreichischen Bundesländern sowie die Identifikation von Good-Practice-Beispielen, ergänzt durch internationale Referenzen.
Darauf aufbauend sollen WEGs typisiert und geeignete Lösungsstrategien für unterschiedliche baulich-technische, organisatorische und soziale Ausgangssituationen entwickelt werden. Ein zentrales Projektergebnis ist die Erarbeitung einer Bewertungsmatrix für Dekarbonisierungslösungen, die technische, rechtliche und wirtschaftliche Aspekte integriert und mittels Social-Return-on-Investment-Analysen Entscheidungsgrundlagen für WEGs bereitstellt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Qualifizierung zentraler Akteursgruppen. Für Eigentümer:innen werden modulare Lern- und Empowermentformate entwickelt, während Hausverwaltungen durch kontinuierliche Austausch- und Qualifizierungsformate unterstützt werden. Ergänzend wird ein modularer Beratungsansatz durch externe Fachpersonen etabliert, um Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse professionell zu begleiten. Die Ergebnisse werden in einem übertragbaren Support-Framework gebündelt und breit disseminiert.
Methodische Vorgehensweise
Das Projekt folgt einem interdisziplinären und praxisorientierten Ansatz. Zum Einsatz kommen Desk Research, Dokumentenanalysen, quantitative und qualitative Befragungen, Fokusgruppen, Akteursmapping sowie vergleichende Matrixanalysen. Reale Entscheidungs- und Sanierungsprozesse in ausgewählten WEGs werden mittels ethnographischer Methoden begleitet und analysiert.
Die Entwicklung von Qualifizierungs- und Beratungsformaten erfolgt ko-kreativ unter Einbindung relevanter Stakeholder. Pilotierungen und begleitende Evaluationen sichern die Wirksamkeit, Akzeptanz und Übertragbarkeit der entwickelten Instrumente. Ergänzend werden moderierte Workshops, Austauschformate und kontinuierliche Feedback-Schleifen eingesetzt, um Lernprozesse zu unterstützen und die Projektergebnisse iterativ weiterzuentwickeln.
Erwartete Ergebnisse
Erwartet werden fundierte Analysen der bestehenden Unterstützungs- und Governance-Strukturen und daraus abgeleitete konkrete Handlungsempfehlungen für eine bessere Koordination und Skalierung. Das Projekt erarbeitet beispielhafte Typologien von WEGs, eine praxisnahe Bewertungsmatrix für Dekarbonisierungslösungen und aufbereitete Entscheidungsgrundlagen für Eigentümer:innen und Hausverwaltungen.
Darüber hinaus entstehen modulare Qualifizierungsprogramme, erprobte Beratungsformate und dokumentierte Prozessmodelle zur Begleitung von Sanierungs- und Dekarbonisierungsvorhaben. Ein zentrales Ergebnis ist ein übertragbares „Support-Framework", bestehend aus Leitfäden, Tools und Kommunikationsmaterialien, das über die Projektlaufzeit hinaus zur Aktivierung weiterer WEGs beiträgt und eine nachhaltige Wirkung im Gebäudebestand entfaltet.
Projektbeteiligte
Projektleitung
wohnbund:consult eG
Projekt- bzw. Kooperationspartner:innen
- Energieinstitut Vorarlberg (EIV)
- Institut für immobilienwirtschaftliche Forschung, Kurzbezeichnung (IPRE)
- Österreichischer Verband der Immobilienwirtschaft (ÖVI)
- RENOWAVE.AT eG
Kontaktadresse
wohnbund:consult eG
DI Mag. Margarete Huber
Lenaugasse 19
A-1080 Wien
Tel.: +43 (1) 522 0119
E-Mail: margarete.huber@wohnbund.at
Web: www.weg-zur-zukunft.at
Web: www.wohnbund.at