Wärmezukunft Steyr - Innovative Modelle für eine klimaneutrale Wärmeversorgung in Steyr

Das Projekt verfolgt das Ziel, Grundlagen für eine klimaneutrale, sozial verträgliche und wirtschaftlich tragfähige Wärme- und Kälteversorgung zu schaffen. Es kombiniert technologische Analyse mit Governance-Fragen und der Entwicklung von Betriebsmodellen für innovative Versorgungsoptionen. Ein besonderes Augenmerk gilt Anergienetzen, die trotz hoher Anfangsinvestitionen großes Potenzial zur gleichzeitigen Wärme- und Kälteversorgung bieten.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation, Problematik, Motivation

Die Stadt Steyr verfolgt mit dem "Klimaneutralitätsfahrplan Steyr 2040" ambitionierte Ziele zur Reduktion von Treibhausgasemissionen. Ein zentraler Hebel liegt in der Dekarbonisierung der Wärme- und Kälteversorgung, die bislang stark von fossilen Energieträgern geprägt ist.

Die strukturelle Transformation dieses Sektors ist jedoch mit erheblichen Unsicherheiten verbunden – etwa im Umgang mit heterogenen Quartiersstrukturen, veralteter Infrastruktur und limitierten kommunalen Ressourcen. Das bestehende Fernwärmenetz basiert auf Hochtemperaturversorgung (120°C) und wird durch eine Biomasse-KWK mit fossiler Spitzenlast gespeist. In anderen Stadtgebieten dominieren dezentrale Gas- und Ölheizungen.

Vor diesem Hintergrund initiiert Steyr einen Wärme- und Kälteversorgungsplan als zentrale Maßnahme zur Umsetzung des Klimaneutralitätsfahrplans. Das Projekt Wärmezukunft Steyr untersucht die Machbarkeit einer integrierten Wärmeplanung und adressiert technische, organisatorische und wirtschaftliche Herausforderungen – insbesondere für gemeinschaftliche Versorgungsformen wie Anergienetze.

Ziele und Innovationsgehalt

Zentrale Innovationsaspekte sind:

  • Entwicklung eines GIS-basierten Wärme- und Kälteplans mit Zonierung nach Quartierstypologien
  • Transformation des bestehenden Gasnetzes durch systematische Analyse und Szenarienentwicklung
  • Geschäfts- und Betreibermodelle für neue, gemeinschaftlich organisierte Versorgungssysteme
  • Ausbau und Unterstützung des verwaltungsinternen "Klimateams" für eine dauerhaften Umsetzung

Statt einzelner Technologien wird ein integrierter Stadtwärmeplan erarbeitet, der technisch, ökonomisch und organisatorisch realisierbare Lösungen quartiersbezogen aufzeigt. Dies schafft eine modellhafte Herangehensweise mit übertragbarem Charakter für andere Städte in Österreich.

Angestrebte Ergebnisse und Erkenntnisse

Die Sondierung legt die Grundlage für nachfolgende Umsetzungsprojekte in Steyr und darüber hinaus. Erwartet werden:

  • ein detaillierter Wärme- und Kälteplan für die Gesamtstadt mit konkreter Zonierung und modularen Versorgungslösungen
  • valide Geschäfts- und Betriebsmodelle für Anergienetze und andere klimaneutrale Optionen
  • ein Transformationsfahrplan für das Gasnetz
  • Pilotquartier(e) zur exemplarischen Umsetzung
  • ein interdisziplinäres Umsetzungs- und Steuerungsteam in der Stadtverwaltung

Das Projekt generiert praxisrelevante Werkzeuge und Entscheidungsgrundlagen für Gemeinden, Energieversorger, Planer:innen und Eigentümer:innen. Es leistet durch partizipative Prozesse und die Einbindung verschiedener Gruppen auch einen Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit. Die Ergebnisse sind unmittelbar verwertbar und auf andere Städte übertragbar.

Projektbeteiligte

Projektleitung

e7 GmbH

Projekt- bzw. Kooperationspartner:innen

  • Fernwärme Steyr GmbH
  • Stadtbetriebe Steyr GmbH
  • PlanSinn Planung & Kommunikation GmbH

Kontaktadresse

e7 GmbH
Dipl.-Ing. Christof Amann
Hasengasse 12/2
A-1100 Wien
Tel.: +43 (1) 907 80 26-58
E-Mail: christof.amann@e-sieben.at
Web: www.e-sieben.at