Transform:Leoben2040 - Vorbereitung eines Demonstrationsvorhabens zur klimaneutralen Entwicklung des Quartiers Fichtlplatz – Kärntnerstraße
Kurzbeschreibung
Ausgangssituation/Motivation
Die Stadtgemeinde Leoben zählt zu den 37 österreichischen Pionierkleinstädten der Mission „Klimaneutrale Stadt 2040". Das Sondierungsprojekt fokussiert sich dabei auf das Quartier Fichtlplatz–Kärntnerstraße – ein Ensemble aus zehn mehrgeschoßigen Wohngebäuden aus den Jahren 1949–1968 im Eigentum der Stadt.
Der Gebäudebestand weist deutlichen Sanierungsbedarf auf: Viele Wohnungen entsprechen nicht mehr den heutigen Standards, teilweise bestehen Leer-stände, die Gebäudehüllen sind energetisch unzureichend und die Wärmeversorgung erfolgt überwiegend über veraltete Gasthermen.
Gleichzeitig bietet das Quartier durch seine städtebauliche Struktur, großzügige Freiflächen und gute infrastrukturelle Anbindung ein hohes Potenzial für eine modellhafte Transformation im Sinne von Klimaneutralität, sozialer Durchmischung und urbaner Resilienz.
Inhalte und Zielsetzungen
Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines ganzheitlichen und übertragbaren Transformations-konzepts für das Quartier. Im Mittelpunkt steht die Kombination aus minimalinvasiver Gebäude-sanierung, erneuerbarer Energieversorgung, nachhaltigen Kühlstrategien, grün-blauer Infra-struktur und sozial ausgewogenen Nutzungskonzepten.
Dabei wird bewusst auf eine energetische Optimierung mit möglichst geringen baulichen Eingriffen gesetzt, etwa durch gezielte Ertüchtigung einzelner Bauteile unter Berücksichtigung von grauer Energie, Lebensdauer und CO₂-Bilanz.
Ein zentraler Innovationsbaustein ist die Entwicklung eines integrierten Quartiersenergiesystems, dass Strom und Wärme miteinander koppelt und lokale erneuerbare Energiequellen wie Photovoltaik, Solarthermie oder oberflächennahe Geothermie effizient nutzt.
Ergänzend wird der Einsatz reversibler Systeme und intelligenter Speicherlösungen evaluiert, um Flexibilität und Versorgungssicherheit zu erhöhen. Parallel dazu wird ein Technologieportfolio für erneuerbare Kühlung entwickelt und mit einem klimaaktiven Freiraum-konzept kombiniert.
Methodische Vorgehensweise
Der Innovationsgehalt des Projekts liegt in der systemischen Verknüpfung technischer, ökologischer und sozialer Transformationsfaktoren. Transform:LEoben2040 entwickelt eine skalierbare, trans-disziplinäre Methodik für die nachhaltige Weiterentwicklung städtischer Bestandsquartiere.
Der Ansatz setzt bewusst auf ressourcenschonende Strategien statt tiefgreifender baulicher Eingriffe und verbindet CO₂-Reduktion, soziale Verträglichkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit. Darüber hinaus werden neue Finanzierungs- und Betreiber-strukturen sowie zielgruppengerechte Nutzungskonzepte für Wohnen und Arbeiten untersucht.
Die Planung erfolgt unter gender- und diversitätssensiblen Kriterien mit besonderem Fokus auf soziale Teilhabe, Inklusion und die Vermeidung von Verdrängung.
Erwartete Ergebnisse
Erwartete Projektergebnisse sind:
- eine fundierte Bestands- und Potenzialanalyse,
- ein integriertes Transformationskonzept mit konkreten Maßnahmenempfehlungen,
- ein tragfähiges Finanzierungs- und Geschäftsmodell für eine sozial verträgliche Umsetzung,
- sowie eine Umsetzungsroadmap für eine nachfolgende Demonstrationsphase.
Damit leistet Transform:LEoben2040 einen konkreten Beitrag zur Erreichung der Klimaziele 2040 und entwickelt übertragbare Lösungsansätze für die nachhaltige Transformation von Bestandsquartieren.
Projektbeteiligte
Projektleitung
Stadtgemeinde Leoben
Projekt- bzw. Kooperationspartner:innen
4ward Energy Research GmbH
Kontaktadresse
Stadtgemeinde Leoben
Erzherzog Johann-Straße 2
A-8700 Leoben
Tel.: +43 (3842) 4062 280
E-Mail: Laura.bischof@leoben.at
Web: www.leoben.at