NEB Resources - Potenziale im Bestand für ein sozial inklusives, zirkuläres und klimagerechtes Quartier Matzleinsdorf

NEB Resources erarbeitet gemeinsam mit Bewohner:innen ein umsetzbares und politisch getragenes Transformations­konzept für ein sozial inklusives, zirkuläres und klimagerechtes Quartier Matzleinsdorf in Wien Margareten. Co-Research, temporäre Interventionen und Prototypen aktivieren materielle wie immaterielle Ressourcen und verändern so physische Räume als auch soziale Beziehungen.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation/Motivation

Das Projekt NEB Resources zielt darauf ab, die Kriterien des New European Bauhaus für soziale Inklusion und ökologische Nachhaltigkeit auf ein bestehendes Wiener Stadtquartier – Matzleinsdorf im 5. Bezirk – anzuwenden und in einem niedrigschwelligen Beteiligungsprozess in ein umsetzbares und politisch getragenes Transformationskonzept für ein sozial inklusives, zirkuläres und klimagerechtes Quartier zu übersetzen.

Matzleinsdorf ist ein dicht bebautes, sozial und kulturell vielfältiges Stadtquartier mit großem Nutzungsdruck auf wenige Frei- und Gemeinschaftsflächen. Die klimatische Belastung durch Hitze, versiegelte Flächen und mangelnde Aufenthaltsqualität betrifft insbesondere vulnerable Gruppen. Zugleich bestehen jedoch Potenziale im Bestand, etwa durch leerstehende Räume, untergenutzte Flächen und vorhandene soziale Infrastrukturen.

In einem langfristig angelegten Transformationsprozess wird die Kirche "Auferstehung Christi" durch die Caritas als neuer sozialer Ankerpunkt im Quartier etabliert und für die Nachbarschaft, ihre Bewohner:innen und vielfältige Nutzungen geöffnet. Von der sozial-innovativen Umnutzung und Öffnung des Kirchengebäudes des Projekts „Kirchenschiff", die das soziale Gefüge aktiviert und soziale Fähigkeiten und Wissen bündelt, kann das gesamte Quartier profitieren.

Von diesem Transformationsprozess ausgehend entwickelt NEB Resources gemeinsam mit den Bewohner:innen und in enger Zusammenarbeit mit dem Bezirk und seinen Entscheidungsträger:innen eine demokratisch legitimierte Planungsgrundlage für die Entwicklung des Quartiers und seiner öffentlichen Räume hin zu mehr sozialer Inklusion und klima-ökologischer Resilienz.

Inhalte und Zielsetzungen

NEB Resources erarbeitet gemeinsam mit Bewohner:innen ein umsetzbares und politisch getragenes Transformationskonzept für ein sozial inklusives, zirkuläres und klimagerechtes Quartier Matzleinsdorf in Wien Margareten. Workshops, temporäre Interventionen und Prototypen machen konkrete Ansätze sichtbar und erste Verbesserungen im öffentlichen Raum unmittelbar erfahrbar.

Ziel des transdisziplinären Projekts ist es, sowohl eine ortsspezifische Strategie für Matzleinsdorf zu entwickeln, als auch ein übertragbares Modell für sozial-innovative und ressourcenschonende Quartiersentwicklung zu erarbeiten.

Das Projekt orientiert sich dabei an den Prinzipien des New European Bauhaus: Nachhaltigkeit, Inklusion und Ästhetik werden nicht als voneinander getrennte Ziele behandelt, sondern in einem lokal verankerten, transdisziplinären Handlungsmodell integrativ verknüpft.

Was NEB Resources von bestehenden Ansätzen unterscheidet, ist der konsequente Fokus auf das Bestehende – materiell wie immateriell – und der gleichzeitige Anspruch auf Transformation durch gestalterische, soziale und ökologische Innovation.

Methodische Vorgehensweise

Das Projekt begreift den Bestand nicht als Hindernis, sondern als Ressource mit verborgenen Potenzialen. Gebäude, Infrastrukturen, Materialien, Geschichten, Alltagswissen und nachbarschaftliche Netzwerke werden als Ausgangspunkte eines transformativen Prozesses aktiviert, der sowohl physische Räume als auch soziale Beziehungen verändert. Dafür werden Methoden wie Materialkartierungen, Stakeholder-Mapping, Co-Research und künstlerisch-forschende Methoden, Co-Design und Prototyping, inklusives Placemaking und räumliche Interventionen angewendet.

Ein interdisziplinäres Team aus Urbanistik, (Social) Design und sozialer Arbeit der beiden Projektpartner:innen arbeitet in enger Abstimmung mit der Bezirksvertretung Margareten sowie lokalen Initiativen und Bewohner:innen.

Die örtliche Verankerung wird durch die enge Anbindung an die neu geschaffenen Angebote für unterschiedliche Zielgruppen im Kirchenschiff erreicht. Kollektive Begehungen in der Erhebungsphase, Workshops, temporäre Interventionen und ein prototypisches Freiraumlabor beziehen Bewohner:innen in allen Projektphasen mit ein und machen erste Transformationsansätze zeitnah sicht- und spürbar.

Erwartete Ergebnisse

Durch die Sichtbarmachung der Prozesse, die kontinuierliche Reflexion und den offenen Wissensaustausch entsteht ein neuer Möglichkeitsraum für unsere Städte: inklusiv, nachhaltig und lebenswert für alle.

NEB Resources will zu einer neuen urbanen Kultur beitragen, in der Stadtentwicklung nicht länger nur auf Expert:innenwissen basiert, sondern ein kollektiver Lern- und Gestaltungsprozess ist. Die Vision: Eine Stadt, die ihre eigene Zukunft aus dem Bestehenden heraus neu entwirft, gemeinsam mit jenen, die bislang zu oft am Rand standen.

  • Entwicklung eines Beteiligungsprozesses, der Entscheidungsträger:innen, lokale Akteur:innen und Bewohner:innen in allen Projektphasen mit einbezieht
  • Partizipativ entwickeltes Transformationskonzept (Vision, Zielen, Strategien, konkrete Maßnahmen sowie Finanzierungs- und Zeitplan) für das Quartier unter Berücksichtigung lokaler Anforderungen und Bedürfnisse entlang der Studie NEBKrit
  • Konkret umgesetzte Maßnahmen und Interventionen unter Beteiligung der Bewohner:innen, die exemplarisch erste Verbesserungen in der Freiraumgestaltung erreichen und als Pilotintervention ein sichtbares und wirksames Zeichen für klimagerechteren öffentlichen Raum setzen
  • Digitales Handbuch "NEB Resources" als Umsetzungsvorlage für ähnliche Stadtteile in Wien und darüber hinaus

Projektbeteiligte

Projektleitung

Universität für angewandte Kunst Wien, Department Social Design – Arts as Urban Innovation

Projekt- bzw. Kooperationspartner:innen

Caritas der Erzdiözese Wien – Hilfe in Not

Kontaktadresse

Elina Kränzle
Vordere Zollamtstraße 7
A-1030 Wien
Tel.: +43 (1) 711 33-3561
E-Mail: Elina.kraenzle@uni-ak.ac.at
Web: socialdesign.ac.at