NADIS - Nachhaltige Digitalisierung als Herausforderung für Stadtverwaltungen
Kurzbeschreibung
Ausgangssituation/Motivation
Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind wesentliche Transformationstreiber für Stadtverwaltungen. Obwohl die beiden Treiber einzeln große Aufmerksamkeit erfahren, bleiben ihre Wechselwirkungen weit weniger diskutiert.
Vielfach trägt der lokale Einsatz von digitalen Technologien nur vordergründig zur Verwirklichung von Nachhaltigkeitszielen bei, während global wirksame ökologische, soziale und ökonomische Rückkoppelungseffekte den positiven Beitrag schmälern oder sogar zunichtemachen.
Die Relevanz dieses – nur auf den ersten Blick abstrakt scheinenden – Spannungsverhältnisses wurde kürzlich deutlich, als auch österreichische Medien über den Plan intentionaler Technologieunternehmen, den steigenden Energiebedarf von Rechenzentren durch angeschlossene Atomkraftwerke zu decken, berichteten.
Unerwünschte Rückkoppelungseffekte bleiben jedoch weitgehend unbeachtet, weil sie sich erst mit zeitlichem und räumlichem Abstand (z.B. Herstellung von Mikrochips oder Betreibung von Cloudspeicher) materialisieren.
lnwieweit dieses Spannungsverhältnis eine Rolle bei kommunalen Entscheidungen zum Einsatz digitaler Technologien spielt, ist kaum bekannt. Ebenso ist unklar, wie (un-)mittelbare negative Folgewirkungen solcher Technologien systematisch berücksichtigt werden können, damit Stadtverwaltungen den eigenen Nachhaltigkeitsanspruch erfüllen können.
Hinzu kommt die Komplexität der Organisationslandschaften von Großstädten: Damit werden in ein- und derselben Stadt ähnliche Probleme von kommunalen Akteur:innen vielfach unterschiedlich angegangen – vor allem dann, wenn strategische Ansprüche zum Umgang mit der Herausforderung nicht institutionell verankert sind.
Inhalte und Zielsetzungen
Genau hier setzt das beantragte Projekt, an dem die Wirtschaftsuniversität Wien sowie UIV Urban Innovation Vienna GmbH (Konsortialpartnerinnen) beteiligt sind, an. Das Projekt stellt auf die Auslotung von innovativen Möglichkeiten ab, digitale Technologien bei der Verwirklichung von Nachhaltigkeitsansprüchen einzusetzen, die Technologien selbst aber auch umfassend an diesen Ansprüchen zu messen.
Dazu verfolgt das Projekt vier Teilziele:
- Überblick über die von relevanten Entscheider:innen wahrgenommene Rolle(n) von digitalen Technologien bei der Verwirklichung von Nachhaltigkeitsanliegen;
- negative Rückkoppelungseffekte solcher Technologien „mappen"
- systematisieren, wie Spannungsverhältnisse zwischen den Transformationstreibern erkannt, reflektiert und aufgelöst werden;
- Ansprüche an einen systematischen Ansatz zur umfassenden Etablierung von nachhaltiger Digitalisierung in Stadtverwaltungen formulieren.
Methodische Vorgehensweise
Um diese Ziele zu erreichen, sind Interviews mit Entscheider:innen aus diversen Bereichen der Stadt Wien vorgesehen. Die Projektergebnisse sollen breit diffundiert, wissenschaftlich verwertet, Vertreter:innen der Stadt Wien vorgestellt und gemeinsam hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit erörtert werden.
Erwartete Ergebnisse
Das Projekt soll die Stadt Wien dabei unterstützen, Wissen in einem kritischen Bereich aufzubauen. Ein wirkungsvoller Lernprozess ermöglicht die Entwicklung eines integrierten Ansatzes zum Umgang mit dem Spannungsfeld. Mit seinem Fokus spricht das Projekt insbesondere auch das strategische Ziel der Positionierung von Städten als Vorreiterinnen nachhaltigen Wandels an.
Die Sondierung soll dazu dienen, wesentliche Vorfragen zu klären, bevor eine Folgeprojekt konkrete Strategien erarbeitet, wie Städte Digitalisierungsprozesse nachhaltig gestalten und entsprechende Nachhaltigkeitsansprüche institutionell verankern können.
Projektbeteiligte
Projektleitung
Wirtschaftsuniversität Wien
Projekt- bzw. Kooperationspartner:innen
UIV Urban Innovation Vienna GmbH
Kontaktadresse
Wirtschaftsuniversität Wien
Institut für Urban Management und Governance
Welthandelsplatz 1
A-1020 Wien
Tel.: +43 (1) 31336 4437
E-Mail: stephan.leixnering@wu.ac.at
E-Mail: tobias.polzer@wu.ac.at
Web: www.wu.ac.at/urban