KaTaSi - Sondierung: Möglichkeiten der Sanierung und Aufwertung der Kanaltaler Siedlung St. Veit

Die Stadt St. Veit möchte mit diesem Sondierungsprojekt ein "Best practice" erstellen – die vorhandenen Qualitäten erhalten sowie zusätzliche ergänzen, die bau­technischen, -physikalischen und städtebaulichen, architektonischen, usw. Herausforderungen lösen und dies im Einklang mit ökologischer, sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeit.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation/Motivation

Die in Kärnten und in der Steiermark situierten Kanaltaler Siedlungen haben eine historische (bau- und sozio-kulturelle) Bedeutung und der Umgang mit ihnen erfordert eine spezielle und sensible Herangehensweise. Sie wurden in den 1940 Jahren für die deutschsprachige Bevölkerung des Kanaltals, errichtet.

Das Hauptaugenmerk dieser Sondierung liegt auf dem Baufeld 2 (2,37 ha mit 28 Objekten und 171 Wohneinheiten). Das Bestandsquartier weist einerseits viele objektive und subjektive (historische) Qualitäten auf anderseits aber auch viele bautechnische, funktionelle, soziale, Mängel/Defizite auf. Umfassende Untersuchungen (Prüfungen) wurden bisher jedoch nicht durchgeführt.

Inhalte und Zielsetzungen

In dieser Sondierung werden Qualitäten als auch Mängel/Defizite umfassend erhoben und zusammengeführt und bilden die Ausgangsbasis für ein nachfolgendes Demoprojekt. Unsicherheiten liegen v.a. im tatsächlichen baulichen Zustand der Objekte sowie der Aufstellung einer entsprechenden Finanzierung.

Die Innovation des Projekts liegt in der ausgewogenen Verbindung sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeitsaspekte sowie in der ganzheitlichen Betrachtung zentraler Faktoren des Wohnumfelds und in der konkreten Anwendung dieses Ansatzes auf ein Bestandsquartier aus den 1940er Jahren.

Ziel ist es eine lebendige Nachbarschaft, durch die gezielte Erweiterung und Aufwertung von Gemeinschaft- und Grünflächen zu fördern. Auch Barrierefreiheit wird angestrebt, wodurch nicht nur neuer, lebenswerter Wohnraum entsteht, sondern die Energieeffizienz des Gesamtgebäudes verbessert wird. Ergänzend werden Keller trockengelegt und Balkone errichtet, was zu Wohnqualität beiträgt. Weiters wird wertgelegt auf eine gesamtheitliche Betrachtung des Areals, um dies ins städtische Umfeld miteinzubinden. Im Vordergrund steht der Erhalt des historischen Charakters der Häuser.

Methodische Vorgehensweise

Im ökologischen Bereich stehen der Klimaschutz über nachhaltige Energiekonzepte für Sommer und Winter, ressourcenschonendes Bauen mit ökologischen und rückbaufreundlichen Materialien sowie ein nachhaltiges Mobilitätskonzept (autofrei, Förderung aktiver und alternativer Mobilität, Anbindung an den Bahnhof und die Umgebung).

Klimawandelanpassung erfolgt durch sommertaugliche Bauweisen, während die Schonung der Wasserressourcen durch Dachbegrünung, Versickerungsflächen, Regenwassernutzung und sparsamen Trinkwassereinsatz gewährleistet wird. Aspekte der Kreislaufwirtschaft fließen durch die mögliche Wiederverwendung von Abbruchmaterialien ein. Die Freiraumplanung zielt zudem auf Biodiversitätsförderung, Bodenerhalt und Reduktion der Versiegelung ab.

Im sozialen Bereich stehen gesunde und behagliche Innenräume im Mittelpunkt – mit Fokus auf Luftqualität, thermischen, akustischen und visuellen Komfort. Soziale Inklusion wird durch partizipative Planungsprozesse gefördert. Aus ökonomischer Sicht werden Lebenszykluskosten abgeschätzt. Darüber hinaus werden Wertschöpfungspotenziale analysiert und Risikofaktoren bewertet.

Erwartete Ergebnisse

Die im Rahmen des Projekts gewonnenen Erkenntnisse werden vom Projektteam und von der Stadt St. Veit aktiv in zukünftige Planungs- und Entwicklungsprozesse eingebunden.

Projektbeteiligte

Projektleitung

Ressourcen Management Agentur (RMA), Initiative zur Erforschung einer umweltverträglichen nachhaltigen Ressourcenbewirtschaftung

Projekt- bzw. Kooperationspartner:innen

  • GENIO Bauphysik GmbH
  • Stadtgemeinde St. Veit an der Glan
  • Hohengasser Wirnsberger Architekten zt gmbh
  • Svetina, DI Reinhold Alfred

Kontaktadresse

Ressourcen Management Agentur (RMA)
Mag. Johann Daxbeck
Burgenlandstraße 38
Kölblgasse 17/30
A-9500 Villach
Tel.: +43 (1) 913 22 52-25
E-Mail: hans.daxbeck@rma.at
Web: www.rma.at