IK-EnErGie-Knoten - Interkommunaler Strom- und Wärmenetzverbund St.Ruprecht-Weiz-Gleisdorf
Kurzbeschreibung
Ausgangssituation/Motivation
Die Energiewende fordert mehr als nur den Ausbau erneuerbarer Technologien – sie verlangt neue, systemische Lösungen. Mit dem Projekt IK-EnErGie-Knoten wird ein prototypisches Versorgungssystem für die klimaneutrale Stadt der Zukunft entwickelt und demonstriert.
Im oststeirischen Wirtschaftsraum rund um die Gemeinde St. Ruprecht/Raab entsteht ein innovativer Energie-Knotenpunkt, der Strom und Wärme lokal und regional sektorgekoppelt verbindet – ein Ansatz mit Modellcharakter für ganz Österreich.
Ausgangspunkt ist ein bestehendes Energiequartier mit zwei unabhängigen Energieversorgern – der Watzl Mühle mit PV und Kleinwasserkraft sowie der Nahwärme St. Ruprecht mit PV und Nahwärmenetz. Bislang durch eine Notstromleitung verbunden, soll diese Infrastruktur nun zur Grundlage eines aktiven, bidirektionalen Energieknotens ausgebaut werden, an dem eine Symbiose der beiden unterschiedlichen Erzeugungsarten eingegangen wird.
Durch das Projekt werden technische, rechtliche und wirtschaftliche Konzepte entwickelt, die eine kooperative Nutzung erneuerbarer Energie über Eigentumsgrenzen hinweg ermöglichen – eine zentrale Herausforderung für viele Regionen.
Inhalte und Zielsetzungen
Ziel ist es, das Zusammenspiel von dezentraler Stromerzeugung, Power-to-Heat-Technologien, Wärmespeichern und regionalen Energiegemeinschaften zu einem flexiblen Gesamtsystem zu vernetzen.
Der Energie-Knoten ist dabei nicht nur lokal relevant, sondern wird über die Anbindung an die Erneuerbare Energiegemeinschaft „EnErGie Werk Weiz" sowie den geplanten interkommunalen Fernwärmeverbund Weiz-Gleisdorf systemisch integriert. Damit werden sowohl fluktuierende Stromüberschüsse als auch saisonale Wärmebedarfe intelligent und klimaschonend ausbalanciert.
Methodische Vorgehensweise
Im Zentrum des Projekts steht ein interdisziplinärer Ansatz: Technik, Betriebsführung, Eigentumsverhältnisse und Geschäftsmodelle werden gemeinsam optimiert.
Die Projektumsetzung erfolgt in drei Phasen – Entwicklung, Umsetzung und Monitoring – und beinhaltet konkrete Maßnahmen wie z.B. die Erweiterung der Strominfrastruktur und Speicher sowie die rechtliche Realisierung von Multi-Owner-Konzepten.
Der Innovationsgehalt liegt insbesondere in der Kombination mehrerer Erzeugungstechnologien, der aktiven Sektorkopplung über verschiedene Versorgungsebenen hinweg und der Nutzung komplexer Eigentümerstrukturen als Chance für neue Geschäfts- und Betriebsmodelle.
Erwartete Ergebnisse
Das Projekt zielt darauf ab, den Eigenverbrauch erneuerbarer Energie um mindestens 30 % zu steigern, die Wärme- und Stromkosten spürbar zu reduzieren und die regionale Autarkie zu erhöhen. Darüber hinaus entstehen neue Geschäftsmodelle für Energiegemeinschaften und Fern- sowie Nahwärmenetzbetreiber:innen.
Das Projekt wird von einem starken Konsortium getragen – bestehend aus Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Netzbetreibern und kommunalen Partnern – und leistet einen konkreten Beitrag zur Umsetzung der nationalen Energie- und Klimaziele.
Es demonstriert, wie durch kooperative Innovationskraft aus einem bestehenden Versorgungscluster ein resilienter, klimaneutraler Energie-Hub werden kann – nachnutzbar, skalierbar und richtungsweisend.
Projektbeteiligte
Projektleitung
4ward Energy Research GmbH
Projekt- bzw. Kooperationspartner:innen
- AEE - Institut für Nachhaltige Technologien
- Energienetze Steiermark GmbH
- EnergieZukunft WEIZplus eGen
- evon GmbH
- Landwirtschaftskammer Steiermark
- nah Wärme St. Ruprecht GmbH
- Varicon GmbH
- W.E.I.Z. Forschungs & Entwicklungs gGmbH
Kontaktadresse
Thomas Nacht
Reininghausstraße 13a
A-8020 Graz
Tel.: +43 (664) 88 500 336
E-Mail: Thomas.nacht@4wardenergy.at
Web: www.4wardenergy.at