Gewerbequartier Erdberger Mais (EBM) - Transformation eines Betriebsbaugebiets zum klimaresilienten Gewerbequartier

Das Vorhaben adressiert die dringende Notwendigkeit, bestehende Betriebsgebiete klimaresilient, ressourcenschonend und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Das gewerblich genutzte rund 7,6 ha große Areal in Wien soll als "industriell-gewerbliches" Gebiet im Sinne des Wien-Plans (Stadtentwicklungsplan 2035) weiterentwickelt werden.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation/Motivation

Die Lage ist herausragend: Das heterogene Stadtgebiet ist von Entwicklungsdynamik und vielfältigen Nutzungen geprägt und über (hochrangige) Verkehrsverbindungen sehr gut erreichbar. Dieses Potenzial wird derzeit nicht ausgeschöpft. Das Areal ist von großer Flächeninanspruchnahme, aber geringer Flächenausnutzung geprägt. Ein hoher Versiegelungsgrad führt zu einer sommerlichen Überhitzung des Gebiets.

Die Grün- und Freiraumversorgung ist mangelhaft und die Qualität des öffentlichen Raums spielt bisher eine untergeordnete Rolle. Der Flächenbedarf für wirtschaftliche Nutzungen in Wien ist hoch, während neue, unversiegelte Flächen nicht mehr ohne Weiteres zur Verfügung stehen.

Inhalte und Zielsetzungen

Die Transformation bestehender Gewerbegebiete wird daher zu einer zentralen stadtentwicklungspolitischen Aufgabe. Innovative Lösungen werden im gegenständlichen Vorhaben erarbeitet und sollen darüber hinaus Modellprojekt für weitere Betriebsgebiete verwertbar sein.

Kern des Vorhabens ist die Erarbeitung von wesentlichen Inhalten eines Städtebaulichen Leitbilds, das als Grundlage für weitere Verfahrensschritte dient und zugleich konkrete Maßnahmen aufzeigt, um Klimaschutz, Klimawandelanpassung und Kreislaufwirtschaft mit funktionierenden betrieblichen Nutzungen in Einklang zu bringen. Damit trägt das Projekt wesentlich zu einer qualitativen Stadtgestaltung bei.

Es schafft neue Freiraumqualitäten, verbessert die klimatischen Bedingungen und steigert die Aufenthaltsqualität. Damit profitieren nicht nur Eigentümer:innen und Betriebe, sondern auch die Stadtgesellschaft.

Methodische Vorgehensweise

Der Innovationsgehalt liegt in der integrierten Behandlung verschiedener Handlungsfelder (Städtebau, Gebäude, Freiraum, Mobilität, Management, Kommunikation, Versorgung etc.) sowie unterschiedlicher Säulen der Nachhaltigkeit:

Klimaneutralität und Klimaresilienz werden mit ökonomischer Tragfähigkeit und betrieblichen Erfordernissen verbunden. Innovative Flächennutzungskonzepte steigern die Flächeneffizienz, reduzieren den Versiegelungsgrad und schaffen mehr Arbeitsplätze auf der Fläche. Gemeinschaftlich genutzte Infrastrukturen wie Energieversorgung, Mobilitätslösungen und soziale Versorgungseinrichtungen ermöglichen Synergien.

Maßnahmen zur Klimaanpassung, Erhöhung des Grünflächenanteils und die Gestaltung attraktiver Freiräume tragen zur Qualität und damit zur langfristigen Stärkung attraktiver Standorte und der Nachhaltigkeit bei. Klimafreundliche Mobilitätslösungen fördern den Umweltverbund und verbessern die Erreichbarkeit. Wissensaufbau und Know-How-Transfer zu Säulen der Nachhaltigkeit im Kontext der Quartiersentwicklung tragen zur Bewusstseinsbildung bei.

Erwartete Ergebnisse

Zu den erwarteten Ergebnissen zählen:

  • Ein räumliches und funktionales Konzept samt Maßnahmenkatalogen für Klimaanpassung, Mobilität, Energie- und Ressourceneffizienz;
  • Modelle gemeinschaftlicher Infrastruktur- und Nutzungskonzepte, die wirtschaftliche, soziale und ökologische Vorteile schaffen;
  • ein übertragbares Prozessdesign, das Kooperation zwischen Eigentümer:innen, Verwaltung und weiteren Akteur:innen ermöglicht;
  • übertragbare innovative Lösungen, die Klimaschutz, Klimaanpassung und betriebliche Anforderungen kombinieren.

Projektbeteiligte

Projektleitung

Raumposition GmbH

Kontaktadresse

Raumposition GmbH
DI. Daniela Allmeier
Phorusgasse 2/28, Stiege 2
A-1040 Wien
Tel.: +43 (1) 92 33 08 92 01
E-Mail: allmeier@raumposition.at
Web: raumposition.at