Fit4Heat_Rust - Zukunftsfittes Wärmenetz Rust
Kurzbeschreibung
Ausgangssituation/Motivation
Die Wärmewende ist ein zentraler Baustein für die Klimaneutralität bis 2040, insbesondere im Gebäudesektor. Die österreichische Wärmestrategie sowie die RED-II-Richtlinie auf EU-Ebene fordern eine massive Dekarbonisierung sowie die Öffnung bestehender Wärmenetze für Drittanbieter.
In vielen kleinen Städten dominieren jedoch weiterhin fossile dezentrale Heizsysteme. So gibt es in der Stadt Rust (Burgenland) aktuell ca. 460 fossil-beheizte Gebäude (von insgesamt ca. 1.180 Gebäuden), mit einem geschätzten jährlichen Wärmebedarf von 15 GWh, die Potenzial für ein Wärmenetz bieten. Gleichzeitig bestehen lokal vielfältige erneuerbare Potenziale – Solarthermie, Biomasse, industrielle Abwärme und Stromüberschüsse aus PV und Windkraft.
Bestehende Wärmenetzkonzepte (2. und 3. Generation) sind technisch unflexibel, arbeiten mit hohen Temperaturen und sind kaum kompatibel mit niedergradigen erneuerbaren Quellen oder Kältebereitstellung. Ein modernes, offenes und modulares Nahwärmenetz, das die Anforderungen der 4. und 5. Generation erfüllt, ist daher notwendig, um Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaziele unter einen Hut zu bringen.
Inhalte und Zielsetzungen
Ziel von Fit4Heat_Rust ist die Entwicklung eines innovativen, sektorgekoppelten Wärmenetzkonzepts für Rust. Dieses soll erneuerbare Wärmequellen und Kältebereitstellung flexibel integrieren sowie Drittzugänge nach RED II ermöglichen.
Konkret umfasst das Vorhaben folgende zentrale Innovationen:
- Technisches Design eines modularen Wärmenetzes mit variabler Temperaturführung,
- Integration dezentraler Einspeiser (z. B. Solarthermie, Abwärme aus Hotels, Biomasse),
- Nutzung sektorübergreifender Synergien, z. B. PV-Überschüsse zur Wärmeerzeugung,
- Kältebereitstellung durch reversible Systeme zur Anpassung an den Klimawandel,
- Regulatorische Vorbereitung für Drittzugang und flexible Geschäftsmodelle.
Methodische Vorgehensweise
Es kommen eine Konzeptentwicklung, Bewertungen, partizipative Methoden sowie rechtliche und regulatorische Analysen zur Anwendung. Die Innovationshöhe liegt insbesondere in der systematischen Kombination technischer, wirtschaftlicher, regulatorischer und partizipativer Anforderungen zu einem realisierbaren, zukunftsfähigen Gesamtsystem – abgestimmt auf eine kleinstädtische Struktur wie sie in Rust zu finden ist.
Erwartete Ergebnisse
Ziel ist ein vollständiges, umsetzungsreifes Wärmenetzkonzept für die Stadt Rust, das als Basis für ein nachfolgendes Demonstrationsprojekt dient. Erwartete Ergebnisse sind:
- Technisches Konzept eines flexiblen Nahwärmenetzes mit mehreren Varianten und Systemarchitekturen (inkl. Kälte)
- Bewertung hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz, Klimawirkung und Versorgungssicherheit.
- Einbindung lokaler Stakeholder (z. B. Haushalte, Betriebe, öffentliche Einrichtungen, Energieversorger) zur Erhöhung der Akzeptanz und aktiven Mitgestaltung.
- Rechtlich-regulatorische Analyse zu Drittzugängen, Einspeiseformen und Systemgrenzen gemäß RED II.
Das Projekt dient als Modell für weitere Städte in Österreich mit ähnlicher Struktur und Herausforderungen und trägt zur strategischen Zielerreichung nationaler und europäischer Klima- und Energiepolitik bei.
Projektbeteiligte
Projektleitung
4ward Energy Research GmbH
Projekt- bzw. Kooperationspartner:innen
- BE Energy GmbH
- Forschung Burgenland GmbH
- ZCT Solutions GmbH
Kontaktadresse
4ward Energy Research GmbH
Robert Pratter
Reininghausstraße 13a
A-8020 Graz
Tel.: +43 (664) 885 003 37
E-Mail: robert.pratter@4wardenergy.at
Web: www.4wardenergy.at