Drain2Energy - Demonstration eines sanierungstauglichen Abwasser-Wärmetauschers für zwei Bestandsgebäude

Drain2Energy demonstriert einen innovativen Inhouse-Abwasserwärmetauscher, der auch Schwarzwasser aus Toiletten nutzbar macht, und sich besonders für Bestands­gebäude eignet. In zwei Umsetzungen wird die Technologie prototypisch erprobt und im Betrieb überwacht. Die Ergebnisse liefern zentrale Erkenntnisse zum Potenzial von Abwasserwärme als erneuerbare Wärmequelle und fördern den Einsatz dieser Technologie in Bestands- sowie Neubauten.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation und Motivation

In Gebäuden fällt täglich warmes Abwasser an – etwa aus Duschen oder Küchen –, das bislang ungenutzt in die Kanalisation geleitet wird. Dieses Abwasser birgt ein erhebliches energetisches Potenzial, insbesondere im Inhouse-Bereich, wo höhere Temperaturen (20-30°C) verfügbar sind und die technische Umsetzung durch die Nähe zur Wärmeabnahme einfacher ist.

Gleichzeitig muss die Wärmeversorgung im Gebäudesektor dekarbonisiert werden – gerade in der Sanierung von Bestandsgebäuden in dicht besiedelten Räumen sind die verfügbaren Wärmequellen allerdings oftmals beschränkt. Daher kann die Nutzung von Abwasserwärme als erneuerbare Energiequelle, speziell auch in Koppelung mit weiteren erneuerbaren Energieträgern wie Erdwärme, Luft oder Solarenergie, einen wichtigen Beitrag zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen für die Wärmeversorgung leisten.

Der neuartige Wärmetauscher wurde speziell für den Inhouse-Bereich, also die Nutzung der gebäudeeigenen Abwässer, entwickelt und soll nun im Zuge des Forschungsprojektes prototypisch umgesetzt werden.

Ziele und Innovationsgehalt

Ziel des Projekts "Drain2Energy" ist die prototypische Umsetzung und Demonstration des innovativen Inhouse-Abwasserwärmetauschers in zwei ausgewählten Bestandsgebäuden. Diese kompakte Wärmetauschertechnologie mit sehr hoher Wärmetauscheroberfläche wurde speziell für den Inhouse-Bereich entwickelt, um eine wartungsarme und platzsparende Lösung anzubieten, welche vor allem in Bestandsgebäuden angewendet werden kann.

In Bestandsgebäuden gibt es ohne Totalsanierung keine Trennung von Grauwasser (Duschen, Waschmaschine, etc.) und Schwarzwasser (Toiletten), weshalb Lösungen, welche das Grauwasser energetisch und eventuell auch stofflich nutzen, nicht oft angewandt werden können. Der nachträglich installierbare Abwasserwärmetauscher kann in Kombination mit dem Vorabscheider (für die Entfernung von Grobstoffen wie Tücher, etc.) auch Schwarzwasser nutzen und ist daher vor allem in Bestandsgebäuden und in der Sanierung sehr gut einsetzbar.

In den zwei Umsetzungen wird jeweils die Wärme aus dem Abwasser durch den neuartigen selbstreinigenden Wärmetauscher entzogen und mittels Wärmepumpe auf das benötigte Temperaturniveau gebracht. Anschließend werden die Anlagen durch ein Monitoring begleitet, um umfassende Daten aus dem Betrieb zu sammeln.

Angestrebte Ergebnisse

Im Zuge des Projekts werden wichtige Erkenntnisse aus dem Betrieb der Wärmetauscher-Anlage gesammelt (gewonnene Energiemenge, Abwassermengen, Effizienz, etc.). Gerade diese Erkenntnisse werden Aufschluss zu den jeweils verfügbaren Abwassermengen und dementsprechend insbesondere dem Wärmepotenzial aus dem Abwasser liefern.

Die Erkenntnisse dienen als Grundlage für die Verbreitung der Abwasser-Wärmetauschertechnologie und leisten einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in Bestandsgebäuden als auch für Neubauten.

Projektbeteiligte

Projektleitung

Schöberl & Pöll GmbH

Projekt- bzw. Kooperationspartner:innen

  • rabmer Bau & Umwelttechnik GmbH
  • BPS Engineering GmbH

Kontaktadresse

Schöberl & Pöll GmbH
Lassallestrasse 2/6-8
A-1020 Wien
E-Mail: office@schoeberlpoell.at
Web: www.schoeberlpoell.at