DEKARBOdezentral - Kostengünstige Umsetzung dezentraler Dekarbonisierung in Wohngebäuden
Kurzbeschreibung
Ausgangssituation/Motivation
Die Dekarbonisierung des urbanen Gebäudebestands ist ein zentrales Element zur Erreichung der Klimaneutralität von mehrgeschossigen Gebäuden. Während sich aktuelle Ansätze primär auf zentral organisierte Versorgungslösungen konzentrieren, besteht insbesondere im Bereich dezentraler Einzellösungen großer Handlungsbedarf – vor allem im urbanen Bestand.
In Wien sind rund 600.000 Gasgeräte in Betrieb, etwa 474.000 davon als dezentrale Kombithermen in mehrgeschossigen Wohnbauten. Rund 395.000 dieser Geräte befinden sich außerhalb des Fernwärmenetzes. Genau hier setzt das Projekt DEKARBOdezentral an.
Inhalte und Zielsetzungen
Ziel des Projekts ist es, für Bestandswohnungen mit dezentraler Gasversorgung technische Alternativen zur Gasetagen-Kombitherme zu sondieren. Im Fokus stehen dezentrale, minimalinvasive und kostengünstige Heizlösungen auf Basis erneuerbarer Energien.
Dabei werden bestehende bauliche Infrastrukturen – etwa Kaminschächte – genutzt und kompakte Wärmepumpensysteme eingesetzt. Damit wird eine Transformation ermöglicht, ohne dass eine umfassende Gebäudesanierung notwendig ist.
Methodische Vorgehensweise
Die zentrale Fragestellung lautet: Wie kann eine wohnungsweise Einzellösung für Heizung und Warmwasser realisiert werden, die technisch effizient, sehr kostengünstig und nutzungsfreundlich ist? Im Rahmen des Projekts werden zwei Lösungsansätze favorisiert:
- eine kamingeführte Luft/Wasser-Wärmepumpe mit integriertem Warmwasserspeicher,
- ein kompaktes Luft/Luft-Wärmepumpengerät mit direktem Außenwandanschluss.
Für beide Ansätze werden technische Parameter wie Heizleistung, COP und Lärmemissionen erhoben. Die kamingeführte Lösung wird in einer realen Wohnung unter praxisnahen Bedingungen erprobt, die zweite Variante wird unter Testbedingungen auf einem Werksgelände aufgebaut.
Dabei erfolgt eine umfassende Analyse hinsichtlich technischer Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit, rechtlicher Rahmenbedingungen und akustischer Verträglichkeit. Der Einsatz vorhandener Infrastruktur reduziert Kosten und ermöglicht eine schrittweise Dekarbonisierung ohne bauliche Großmaßnahmen.
Das Projekt adressiert insbesondere Bestandswohnungen, in denen zentrale Lösungen baulich nicht umsetzbar sind oder der Umstellungsprozess auf ein zentrales System wegen rechtlichen, wirtschaftlichen oder organisatorischen Gründen stockt (z.B. Eigentümer:innen-Strukturen oder fehlender Infrastruktur).
Gleichzeitig wird der sogenannte Lock-in-Effekt mitgedacht: Die vorgeschlagenen Lösungen werden so konzipiert, dass sie spätere gebäudezentral organisierte Systeme nicht blockieren, sondern Übergang oder Hybridlösungen ermöglichen.
Erwartete Ergebnisse
Mit seinem systemischen, anwendungsorientierten Ansatz schafft DEKARBOdezentral eine fundierte Basis für ein späteres Demonstrationsvorhaben im größeren Maßstab. Das Projekt weist ein hohes Replikationspotenzial auf – insbesondere für mehrgeschossige Gebäude – und leistet einen messbaren Beitrag zur urbanen Wärmewende.
Projektbeteiligte
Projektleitung
Schöberl & Pöll GmbH
Projekt- bzw. Kooperationspartner:innen
- GEBE-STREBEL GmbH
- Passivhaus Institut GmbH Deutschland
- PHI Österreich GmbH
Kontaktadresse
Schöberl & Pöll GmbH
Lassallestraße 2/6-8
A-1020 Wien
Tel.: +43 (1) 726 45 66
E-Mail: office@schoeberlpoell.at
Web: www.schoeberlpoell.at