CoSpatial Heat - Gemeinsame räumliche Koordinierung der Wärmeversorgung in Gleisdorf

CoSpatial Heat entwickelt eine integrierte, geodatenbasierte Wärme‑ und Gas­versorgungs­planung für die Region Gleisdorf. Durch die kombinierte Betrachtung von Raumwärme, Prozesswärme und Gasinfrastruktur werden zukünftige Versorgungs-, Erweiterungs‑ und Stilllegungsgebiete identifiziert. Die systemische Zusammenführung von GIS‑Analysen, Verbrauchsdaten, Energieaudits und Stakeholderwissen generiert belastbare Entscheidungsgrundlagen für Gemeinden, Industrie und Netzbetreiber.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation/Motivation

Das Projekt CoSpatial Heat verfolgt das Ziel, eine zukunftsfähige, strategische Wärme‑ und Gasversorgungsplanung für die Jahre 2030 und 2040 in der Pionierstadt Gleisdorf und ihrem regionalen Umfeld zu entwickeln. Da Energieplanung räumlich wirkungsvoll nur über Gemeindegrenzen hinweg funktioniert, setzt das Projekt auf einen integrierten, systemischen Ansatz.

Die Innovation liegt in der Verknüpfung klassischer Gasinfrastrukturen mit einer sektorübergreifenden Transformation des Raumwärme‑ und Prozesswärmesektors, basierend auf geodatenunterstützten Methoden, Bedarfsanalysen und neuen Geschäftsmodellen.

Inhalte und Zielsetzungen

Ein besonderer Fokus liegt auf erdgasversorgten Wohnquartieren sowie Industriearealen mit hohem Prozesswärmebedarf, da diese besonders hohe Dekarbonisierungspotenziale aufweisen. Für diese Gebiete werden technische Alternativen – etwa Wärmepumpen, Solarthermie, Biomasse, Power‑to‑Heat‑Ansätze oder erneuerbare Gase – differenziert nach Temperaturniveaus (Nieder‑, Mittel‑ und Hochtemperatur) bewertet.

Die daraus abgeleiteten räumlichen Zonen (Versorgungs‑, Erweiterungs‑, Stilllegungs‑ und dezentrale Alternativgebiete) werden in Form von GIS‑gestützten Karten und digitalen Zonierungsplänen dargestellt, um Gemeinden, Netzbetreibern und Industrieunternehmen belastbare Entscheidungsgrundlagen zu bieten.

Methodische Vorgehensweise

Die Sondierung stützt sich auf eine breite Datenbasis: Energieaudits, Energieatlas‑Daten, historische Verbrauchsdaten, Abwärmekataster, GIS‑Analysen, Branchenkennzahlen und intensive Stakeholdergespräche.

Vorprojekte wie Fossilfree4Industry, SpatialEnergyPlan oder der Abwärmekataster Steiermark bilden eine wesentliche Grundlage. Bestehende Ansätze werden systemisch zusammengeführt und genutzt, um die Zukunftsperspektiven der Wärmeversorgung datenbasiert zu beurteilen. Dabei werden auch regulatorische, rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen analysiert und mit lokalen Entwicklungsprognosen kombiniert.

Erwartete Ergebnisse

Als Ergebnis entsteht nicht nur eine umfassende strategische Wärme‑ und Gasversorgungsplanung, sondern auch die Grundlage für ein nachfolgendes F&E‑Demoprojekt, das in einem identifizierten Use‑Case‑Quartier die praktische Umsetzung einer dekarbonisierten Wärmeversorgung demonstrieren soll.

CoSpatial Heat trägt damit direkt zur regionalen Klimaneutralität, Versorgungssicherheit und Innovationsentwicklung im Energiesektor bei und schafft robuste Entscheidungsgrundlagen für kommende Transformationsschritte.

Projektbeteiligte

Projektleitung

EnergieZukunft WEIZplus eGen

Projekt- bzw. Kooperationspartner:innen

  • AEE – Institut für Nachhaltige Technologien
  • Energie Steiermark AG
  • Stadtgemeinde Gleisdorf

Kontaktadresse

Rafael Bramreiter
Feldgasse 19
A-8200 Gleisdorf
Tel.: +43 (3112) 5886-800
E-Mail: energiezukunft@weizplus.at
Web: weizplus.at