BROWNFIELD-PV Leoben - Sondierung einer Photovoltaik-Anlage auf der in Nachsorge befindlichen städtischen Deponie Seegraben (Leoben)

Das Projekt entwickelt einen innovativen Multi-Benefit-Ansatz für urbane Deponie-Photovoltaik durch die Verbindung von Methanoxidation, biodiversitätsfördernder Begrünung und inklusiver Bürgerbeteiligung.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation und Problematik

Die obersteirische Pionierstadt Leoben (25.000 Einwohner) steht vor einer kritischen Herausforderung bei der Umsetzung ihres Klimaneutralitätsfahrplans 2040: Trotz optimaler Ausschöpfung aller verfügbaren Dach- und Fassadenflächen bleiben 3,5 GWh/a Strombedarf ungedeckt – das entspricht dem Verbrauch von 1.200 Haushalten.

Gleichzeitig verursacht die stillgelegte Restmülldeponie Seegraben (5,2 ha) jährlich 85.000 Euro Betriebskosten ohne Mehrwert zu generieren. Österreichweit existieren ˜21 km² urbane Deponien mit einem theoretischen PV-Potenzial von 2,1 GWp, doch für innerstädtische Standorte fehlen systematisch validierte Machbarkeitsgrundlagen.

Die komplexen interdisziplinären Herausforderungen umfassen geotechnische Instabilität, regulatorische Grauzonen an der Schnittstelle zwischen Abfall- und Baurecht, umwelttechnische Wechselwirkungen mit Deponiegas-Emissionen sowie sozio-ökonomische Akzeptanzfragen im urbanen Kontext.

Ziele und Innovationsgehalt

Das Projekt entwickelt erstmals einen integrierten Multi-Benefit-Ansatz für urbane Deponie-PV durch systematische Integration von Methanoxidationsfenstern zwischen PV-Tischreihen, partizipatives Brownfield-Lab mit gender- und generationsspezifischer Bürgerbeteiligung, sowie Biodiversitäts-PV-Synergie durch Vegetationsstrategie, die Erosionsschutz, Methanoxidation und Biodiversitätssteigerung kombiniert.

Die 15-monatige Sondierung zielt auf eine implementierungsreife Entscheidungsgrundlage für eine 3,5 MWp PV-Anlage mit 3,5 GWh/a Ertrag. Innovative Stop-or-Go-Mechanismen gewährleisten Risikominimierung: Bei <4 kN/m² Tragfähigkeit oder >2 cm/a Restsetzung erfolgt kostenschonende Projektbeendigung.

Angestrebte Ergebnisse und Erkenntnisse

Die Sondierung liefert ein öffentlich zugängliches Replikationspaket für österreichweite Nachnutzung: vollständig validierte Planungsgrundlagen für mehrere MWp große PV-Anlagen auf schwierigem Deponie-Untergrund, regulatorisches Template als Genehmigungspfad-Blaupause, und wissenschaftlich fundierte Nachweise für synergistische PV-Biodiversitäts-Effekte.

Bei erfolgreicher Umsetzung ermöglicht das 21 km²-Potenzial urbaner Deponien eine zusätzliche Jahresstromproduktion von ˜2 TWh (3% des österreichischen Strombedarfs) und CO2-Einsparungen von 600.000 t/a.

Das vierköpfige Konsortium (Stadtgemeinde Leoben, 4ward Energy Research, Umweltkonsulenten, BOKU) vereint kommunale Steuerungskompetenz, angewandte Energieforschung, Altlasten-Expertise und universitäre Grundlagenforschung für maximalen Wissenstransfer und nachhaltige Wirkung.

Projektbeteiligte

Projektleitung

Stadtgemeinde Leoben

Projekt- bzw. Kooperationspartner:innen

  • 4ward Energy Research GmbH RM
  • Umweltkonsulenten ZT GmbH
  • Universität für Bodenkultur Wien

Kontaktadresse

DI Dr. Gernot Kreindl
Erzherzog Johann-Straße 2
A-8700 Leoben
Tel.: +43 (0) 3842 4062-366
E-Mail: Gernot.Kreindl@leoben.at
Web: www.leoben.at